Der Bio-Gemüse-Garten

Mit einer Gruppe von rund 10 Kindern, die zum Teil aufgrund unterschiedlicher sozial-emotionale Störungen und Auffälligkeiten[1] aus belasteten Lebenssituationen kommen, werden partizipative Wochenendprojekt inkl. Übernachtung initiiert. Diese Projektform bietet zum einen den problembehafteten Familien eine Entlastung. Zum anderen werden die sprachlichen, sozialen und emotionalen Kompetenzen durch ein zusätzliches Gemeinschaftsgefühl gefördert. Das Angebot ist kostenlos und für Jungen und Mädchen ab 6 Jahren geeignet.

Begleitet werden die Kinder von einer mindestens zwei pädagogischen Fachkraft und je nach Zusammensetzung Pflegepersonal und Ehrenamtlichen.

Gemeinsam soll ein Bio-Gemüse-Garten geplant und anlegen werden. Dabei wird ein besonderer Fokus auf das Thema „Nachhaltigkeit“ gelegt. So werden unter dem Motto „Es muss nicht immer neu sein“ vorwiegend „Sperrmüll“ und Naturmaterialien, welche im angrenzenden Wald gesammelt werden können, für den Bau verwendet. Neben dem praktischen (An-)bauen, erhalten die Kinder im theoretischen Projektteil zahlreiche zweckdienliche Informationen, welche sie für solidarische Zieldefinitionen, Aufgabenverteilungen, Anbau- sowie Bauentwürfe usw. nutzen können.

Zudem soll das Projekt die Kinder und Jugendlichen nicht nur für einen respektvollen Umgang miteinander, sondern auch für unsere Umwelt sensibilisieren und zum kreativ- konstruktiven Denken anregen.

Leben wie die Ureinwohner Nordamerikas

Mit Kindern im Alter zwischen 6 und 12 Jahren werden unter dem Motto „Leben wie die Ureinwohner Nordamerikas“ in Gruppen von jeweils 8-10 Kindern Wochenendprojekte inkl. Übernachtungen (wenn gewünscht und möglich) durchgeführt.

Auch hier bietet diese Projektform den zum Teil belasteten Familien eine Entlastung und begünstigt das Gemeinschaftsgefühl der Projektkinder. Gerade Kinder, denen sprachliche, soziale und/ oder emotionale Kompetenzen fehlen, wird in gemütlicher Atmosphäre der Austausch mit Teammitgliedern nähergebracht. Aber natürlich gilt auch hier – alles kann, nichts muss.  

Erlebnispädagogische Einheiten wie Nachtwanderungen im angrenzenden Wald, das Bauen von Pfeil und Bogen aus selbst geschnittenen Haselnusszweigen oder das gemeinsame und gesunde Zubereiten von zum Teil eigens Geerntetem (ansonsten unverarbeiteten und unverpackten sowie regionalen und saisonalen Lebensmitteln in Bio-Qualität) sowie das Übernachten in selbst aufgebauten Tipi-Zelten, fördern das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Diese Erfolgserlebnisse, durch das eigene Handeln etwas bewirken zu können, sind ein wesentlicher Grundstock sachbezogener Motivation und stärken das Selbstwertgefühl, das vielen dieser Kinder fehlt, jedoch Basis der Resilienz ist. Neben Spaß und Freude durch Bewegung, Spiel und Kreativität (gegenseitiges Indianer Schminken, Bemalen eines Marterpfahls, Basteln von Indianerschmuck, u.v.m.), werden Entspannungsphasen eingebaut. Der Wechsel zwischen Spannung und Entspannung soll die Achtsamkeit für das eigene Körperempfinden stärken und den Kindern Wege aufzeigen, mit innerer Unruhe umzugehen. Programmatisch ist zudem, den Kindern ein Bewusstsein für den Umgang mit Lebensmitteln zu vermitteln. So wird beispielsweise aus Dinkelkörnern Mehl hergestellt, welches gemeinsam zum Brotteig verarbeitet und schließlich über dem Feuer des Lagers gebacken wird. Im Rahmen solcher konkreten spielerischen Auseinandersetzung mit Lebensmitteln werden die Auswirkungen des Essens auf die Umwelt und das Klima sowie die Notwendigkeit von regionalem und saisonalem Einkaufen von Bio-Produkten vor Ort thematisiert. Ziel soll es sein, die Kinder zu ermutigen, das neu gewonnene Wissen im eigenen Alltag einzusetzen oder gar in ihre Familien weiterzutragen. Begleitet bzw. geleitet wird dieses Projekt von zwei pädagogischen Fachkräften sowie ehrenamtlichen Mitarbeiter´Innen.